Bulgarische Kloester


So fern und abgeschieden sie auf den ersten Blick wirken moegen, waren die Kloester doch immer eng mit der Geschichte des bulgarischen Volkes verbunden. Seit der Einfuehrung des Christentums in Bulgarien und der Anerkennung und Afnahme des slawischen Schrfttums, wurde die Bildungsarbeit in den Kloestern geleistet. Die Kloester in Bulgarien galten als offene Zufluchtsorte, Bildungs- und Begegnungsstaetten. Sie spielten eine ausserordentlich wichtige Rolle in der bulgarischen Geschichte - sie waren die starke Festung des Bulgarentums, wo das Nationalbewusstsein und die Kultur gepflegt wurden.

 

 

Rila Kloster

Das Rila-Kloster ist die wichtigste heilige Staette Bulgariens und seit Generationen Anziehungspunkt fuer Pilger und Besucher. Als charakteristisches Beispiel fuer die Bulgarische Wiedergeburtszeit wurde es 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Das Kloster wurde im 10. Jahrhundert von dem bulgarischen Moench Ivan Rilski gegruendet, der sich als Eremit in eine Hoehle in der Umgebung des heutigen Klostergebaeudes zurueckzog. Ivan Rilski wurde schon zu Lebzeit als Heiliger verehrt und spaeter von der bulgarischen Kirche heiliggesprochen.

An seiner heutigen Stelle steht das Klostergebaeude seit dem 14. Jahrhundert. Aus dieser Zeit datiert der aelteste Teil des Klosters - der Chreljo-Turm. Die Kosterkirche Hl. Gottesmutter wurde zwischen 1834 und 1837 and der Stelle der alten Kirche errichtet. Bemekrenswert ist vor allem die Innenausstattung mit schoenen Wandmalereien und beeindruckenden Holzschnitzereien.

Ausserordentliche Kunstreichtuemer vereint das in den ehemaligen Weinkellern untergebrachte Klostermuseum. Hier ist die bedeutendste bulgarische Holzschnitzarbeit zu finden: das Rafail-Kreuz. Das 81 x 43 cm grosse Fachholz und Ajour-Schnitzerei birgt 104 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament mit 650 Kleinstfiguren.

  

     

Batschkovo Kloster

Das zweitgroesste Kloster des Landes liegt suedlich von Plovdiv in der herrlichen Landschaft des Rhodopengebirges. Das Kloster wurde 1083 von zwei aus Georgien stammenden christlichen Heerfuehrern , den Gebruedern Bakuriani, begruendet. Der aelteste erhaltene Bau stammt aus dem 11. Jh. - das Ossuarium, etwas abseits der eigentlichen Anlage, in dessen Innere sich Malereien aus dem 12. und 14. Jh. befinden.

Mehrere Braende zerstoerten die Anlage waehrend des Osmanischen Reiches, aber trotzdem galt das Kloster als kulturelles Zentrum des othodoxen Christentums in Suedbulgarien. Vom urspruenglichen Aussehen zeugt heute nur noch die Erzengelkirche aus dem 12. Jh.

Am Anfang des 17. Jh. wurden das Refektorium und die Hauptkirche “Hl. Gottesmutter” errichtet. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die mehr als 1000 Figuren darstellenden Wandmalereien in der Kirche, sowie die Fresken im Refektorium, die die alten Philosophen Aristoteles, Aritophanes, Diogenes, Sophokles und David darstellen.

  

     

Troyan Kloster

Die Klosteranlage liegt suedostlich von Troyan auf dem Weg zur Handwerksausstellung beim Dorf Oreschak. Eine Chronik bestaetigt die Gruendung des Klosters im Jahre 1600, doch aus dieser Zeit ist nur der Altarstein der Kirche erhaltengeblieben.

Waehrend der tuerkischen Besatzung ist das Kloster weitgehend zerstoert worden, das heutige Aussehen der Anlage stammt aus dem 19. Jh. Herausragend sind die Wandmalereien des Samokover Meisters Zachari Zograf ueber dem Eingang und im Innern der Klosterkirche, und die reich ornamentierte, holzgeschnitzte Altarwand. Einmal im Jahr, am 15. August, findet die traditionelle Prozession statt, waehrend welcher die wundertaetige Ikone der “dreihaendigen Gottesmutter” aus der Kirche hinaus und zu einer unweit gelegenen kleinen Kapelle getragen wird.

In der Zeit der Bulgarischen Wiedergeburt war das Kloster ein kulturelles und Bildungszentrum. Heute wird das Kloster oft und gern besucht.

  

 

Preobrazhenski Kloster

Das Verklaerungskloster liegt in einer malerischen Umgebung am Berghang der Jantra-Schlucht, ca. 7 km von der alten Hauptstadt Veliko Turnovo entfernt.

Das Kloster wurde im 11. Jh. gegruendet und erlebte seine Bluetezeit im 14. Jh., als Zar Ivan Schischman viele Mittel spendete und das Kloster um- und ausbauen liess. An seiner heutigen Stelle steht das Kloster seit 1825, die Hauptkirche “Verklaerung Christi” wurde zwischen 1834 und 1857 gebaut und die kleine Kirche “Mariae Verkuendigung” im Jahr 1863. Die bemerkenswerten Wandmalerein sind Werk des Samokover Meisters Zachari Zograf.

An der Aussenwand der Klosterkirche hat er seine Weltauffassung dargestellt: Eine reiche Staedterin sitzt in der Mitte des durch vier Jahreszeiten versinnbildlichten Lebensrades und haelt den “Becher der Freuden” empor. Damit jeder weiss, was sie symbolisiert, steht um Ihr Haupt “die eitle, truegerische Welt” geschrieben. Im aeusseren Ring werden die verschiedenen Phasen des Lebens gezeigt, zwei Engel drehen an den Seilen des Lebenrades.

  

     

Rozhen Kloster

Das Rozhen Kloster wurde im 13. Jh. gegruendet vom Despoten Slav, nachdem er die naheliegende Ortschaft Melnik zu seiner Hauptstadt waehlte. Das heutige Aussehen der Klosteranlage stammt aus dem 16. Jh. Das Kloster ist beruehmt fuer seine Wandmalereien, die vor allem 1597, 1611 und 1715 entstanden. Die Klosterkirche Sveta Bogoroditza ist fuer ihre Holzschnitzarbeiten beruehmt. In der Kapelle 'Sveti Besrebrenizi Kosma i Damian' ist die wundertaetige Ikone der Heiligen Gottesmutter - eine Kopie der Ikone aus dem georgischen Kloster 'Sveta gora'.

Waehrend des Osmanischen Reiches war das Rozhen Kloster eine Geist- und Bildungsstaette. Im 17. Jh. wurde im Kloster ein Manuskript geschaffen mit 117 farbigen Miniaturen, welches heutzutage in der Grabeskirche in Jerusalem aufbewahrt wird.

  

     

Kilifarevo Kloster

Das Kloster wurde um die Mitte des 14. Jh. gegruendet, zur Zeit der Bluete der bulgarischen mittelalterlichen Kultur unter der Regierung vom Zaren Ivan Alexander. Klilifarevo Kloster wurde eines der wichtigsten Bildungs- und Kulturzentren seiner Zeit, hier entstand und funktionierte die bekannte Kilifarevo Schule. Das Kloster wurde von den Tuerken mehrmals zerstoert. 1840 begann mit der Neuerrichtung der heutigen Kirche die Wiederbelebung des Klosters. Beeindrucken sind die Ikonen und die Holzschnitzerarbeiten.

  

     

Sokolski-Kloster

Malerisch gelegen auf den Haengen des Balkans, ist das Kloster mit seiner ruhigen gruenen Umgebung staendig ein Anziehungspunkt fuer Besucher. Es wurde 1833 gegruendet, die erste Kirche wurde in den Felsen eingebaut, wo heute das “wundertaetige Heilwasser” tropft und von den Besuchern gerne getrunken und mitgenommen wird. Die heutige Kirche (1834) und der ganze Klosterkomplex wurden dank Spenden im 19. Jh. zu Ende gebaut.

  

     

Die Kloester um Sofia

Ein grosser Teil der Kloester um die heutige Hauptastadt Sofia wurden im 13. - 14. Jh. gegruendet und zaehlten in dieser Periode an die 100. Heutzutage sind ca 40 erhaltengeblieben.

  

     

Das Podgumerski Kloster “Hl. Dimitrius” entstand im 11. Jh. Im 16.-17. Jh wurde es von Pimen Zografski bemalt. Im 19. Jh wurde das Kloster mit Spenden der nahegelegenen Doerfern neu erbaut. Im 20. Jh. diente das Klostergebaeude zum Waisenheim.

  

Das Kremikovski Kloster “Hl. Georg” wurde im 14 Jh. gegruendet, zur Zeit des Zaren Ivan Alexander. Die alte Kirche stammt aus dem spaeten 15. Jh. (1493). Erhaltengeblieben sind viele wertvolle Wandmalereien und Ikonen, sowie ein silberbeschlagenes Evangelium aus 1497.

  

Das Seslavski Kloster “Hl. Nikolaus” wurde in der Periode des zweiten bulgarischen Reiches gegruendet und war zu dieser Zeit das groesste in der Region. Das Kloster wurde im 16. Jh. von Pimen Zografski wieder gegruendet. Erhaltengeblieben sind wertvolle Wandmalereien.

  

Das Bukowski Kloster “Hl. Maria Magdalena” entstand in einer Gegend von antiken Siedlungen und wurde 1880 auf den ueberresten einer antiken Basilika neu errichtet.

  

Das Bukowski Kloster “Hl. Erzengel Michael” entstand am Ende des 16. Jh. und wurde nach der Befreiung neu aufgebaut. Dies war ein Zufluchtsort vom F?rsten Alexander Batenberg.

  

Das Eleschnischki Kloster “Entschlafen der Gottesmutter” wurde im 16. - 17. Jh. von Pimen Zografski bemalt. In der Klosterkirche sind wertvolle Wandmalereien erhaltengeblieben.