Folklore
Bulgarien ist ein Land mit aeusserst reicher und vielseitiger Foklore, die einen grossen Schatz an Liedern, Maerchen und Legenden, Sitten und Braeuchen, Reigen, Trachten und Volksfesten umfasst. Die bulgarische Folklore stammt aus praehistorischer Zeit und stellt eine eigenartige Mischung dar aus Elementen des Uralten, die dem Rhytmus der Natur folgen, des heidnischen Glaubens und des Christlichen Kalenders. Jedes Fest hat eine spezielle Bedeutung und nimmt einen besonderen Platz im Leben der Bulgaren ein.
Trifon Zarezan
Der Trifonstag ist der Tag der Winzer, verbunden mit der Weinanbautradition schon aus der Thrakerzeit. Im ganzen Land werden zu frueher Morgenstunde die Rebstoecke feierlich beschnitten und mit Wein begossen, und somit wuerden Segen und gute Ernte beschworen. Und weil es der 14. Februar ist - warum nicht doppelt feiern - der Valentinstag laesst sich sehr angenehm mit der Weintradition verbinden.
Kukeri-Fest
Sieben Wochen vor Ostern, am Tag vor Beginn der Fastenzeit, ziehen maskierte Maenner von Haus zu Haus durch das Dorf. Sie tragen Kostueme aus Fell, schreckliche Masken ueber den Kopf und Schafsglocken um die Hueften. Mit viel Laerm, spezifische Bewegungen und ihrem schrecklichen Aussehen vertreiben sie das Boese von Haeusern und Menschen. Die Kukeri fuehren ihre eigenartigen Taenze vor und bringen somit Glueck und Gesundheit fuer die Dorfsbewohner und Fruchtbarkeit fuer die Felder.
Kaesefastensonntag - Tag der Vergebung
An diesem Tag beten die Kinder die Eltern um Vergebung, es ist ein grosses Familienfest. Am Dachbalken wird ein roter Faden gebunden, am Faden - ein Ei oder ein Stueck Kaese. Ohne die ae?nde zu benutzen versuchen alle Familienmitglieder das Kaesest?ck nur mit dem Mund zu fangen.
Baba Marta (Oma Marta)
Ein uralter heidnischer Brauch, der aus der Zeit vor dem 9 Jh. stammt. Am 1. Maerz schenkt man sich in Bulgarien Marteniza: kleine weissrote Baender, Pueppchen und Anhaenger. Dies soll langes Leben, Glueck und Gesundheit bringen. Rot symbolisiert Gesundheit und Kraft, und weiss - langes Leben. Die Martenitza wird solange getragen bis man das erste Fruehlingszeichen sieht - ein Storch, eine Schwalbe, oder einen aufgebluehten Obstbaum. Dann wird sie unter einem Stein gelegt oder einem bluehenden Zweig geschenkt.
Baba Marta ist auch eine volkstuemliche Umschreibung fuer den Monat Maerz. Nach einer Legende aus alter Zeit ist dies eine alte launische Frau, die im Maerz herrscht und das Wetter nach Ihrer Laune aendert.
Lazaruvane
8 Tage vor Ostern findet ein Fruehlingsbrauch statt, welcher mit dem Erwecken der Natur fuer neues Leben verbunden ist. Junge Maedchen in festlichen Trachten und praechtige Blumenkraenzen schaukeln, singen rituelle Lieder und tanzen.
Palmsonntag
Dieses christliche Fest wird in Bulgarien gross gefeiert. Die festlichen Messen ziehen Scharen zu den Kirchen an. Die gesegneten Weidezweige, die man in der Kirche bekommen hat, werden an die Haustuer ausgehaengt und sollen Gesundhiet bringen. An diesem Tag feiern auch alle, die einen Blumennamen tragen.
Ostern
Ostern ist der hoechste kirchliche Feiertag in Bulgarien und findet nach dem kirchlichem Kalender immer zwischen 4. April und dem 8. Mai statt. Am Gruendonnerstag werden die Eier gefaerbt. Der Tradition nach ist das erste Ei immer rot zu faerben und wird vor die Hausikone gestellt. In der Nacht des ersten Ostertages gehen alle zur feierlichen Kirchenmesse. Dem Ostergottesdienst folgt eine Prozession um die Kirche, bei der die Menschen mit brennenden Kerzen dreimal um die Kirche ziehen.
Feuertaenze (Nestinari)
Das beeindruckendste Ritual in Bulgarien. Ein alter mystischer heidnischer Brauch, der von Kleinasien ueber Griechenland nach unserem Land gekommen ist. Spaeter wurde diese Tradition, bei der Frauen im Trance ueber gluehende Kohlen tanzen, mit dem Namenstag der Heiligen Konstantin und Helena verbunden. Am 21. Mai tanzen Nestinari (Feuertaenzer) mit blossen Fuessen auf der Glut unter den Toenen von Tupan (grosser Trommel) und Gaida (Dudelsack), mit der Ikone des Hl. Konstantin in den Haenden. Die Temperatur der Glut erreicht 800?C. Die Taenzer geraten in Trance oder fallen in einem hypnotischen Schlaf ein. Dieser Brauch ist in einem Dorf in Strandja Gebirge noch im Original zu sehen.
Weihnachten
Das wichtigste Fest im Winterkalender. Am heiligen Abend sind am Tisch der Tradition nach 7 oder 9 vegitarische Gerichte. Im selbstgebackenem Brot ist eine Muenze versteckt. Der Familienkopf verteilt das Brot. Wer in seinem Brotstueck die Muenze findet, kann sich grosses Glueck im kommenden Jahr erhoffen.
Survakari
Am Neujahrsmorgen ziehen Kinder mit einer geschmueckten Neujahrsrute aus Kornelkirschbaum in der Hand von Haus zu Haus und wuenschen zum neuen Jahr Gesundheit und reiche Ernte. Dabei klopfen sie mit der “Survaknitza” auf den Ruecken der Eltern, Verwandten und Nachbarn und bekommen Obst, Nuesse, Gebaeck und Suessigkeiten geschenkt.




